Ralf beim Thermenmarathon in Bad Füssing
Für die Freunde des langen Sonntagslaufes - PillePalleKindergarten, mit nichten!
Heute hat also, für mich, die Wettkampfsaison begonnen. Los gings mit dem Thermenmarathon Bad Füssing. 1Grad, trocken, freie Asphaltwege.
Bestes Wintermarathonwetter.
Startzeit war 10Uhr, also muss man am Sonntag nicht zu zeitig aufstehen und kann gemütlich nach Bad Füssing fahren. 9Uhr war ich da, schauen, wo es die Startnummer gibt und dann in der Thermenumkleide seine Sachen anziehen. Hier wird man in der Wahrnehmung für die Kälte draussen getrübt, weils so warm ist.
Beim Einlaufen merkte ich, dass die Kleiderwahl über die Zeit zu wenig werden würde, also 15min vor Start nochmal Anpassung. Seh ich positiv, so bleibt man in Wallung und kann nicht groß nachdenken. Der örtliche Schützenverein gibt die Mordsstartsalve und nun gehts los.
Wie das so ist, der verdammte Herdentrieb zu Beginn solcher Läufe macht oft einen Strich durch die Rechnung. Die erste Runde war dadurch zwar schon bewusst gebremst, dennoch etwas zu schnell. Befinden hielt sich erstmal auch in Grenzen. In der zweiten Runde pendelte sich dann das geplante Tempo ein, wo ich grundsätzlich ja sehen wollte, wie weit das gut geht. Die Halben hielten mich am Tempo, aber wenn sie nach der zweiten Runde weg sind, wirds erstmal einsam und der Kopf muss ran.
Es war nun so, dass der Kopf bei anderen auch ran musste. So stellte ich fest, dass ab jetzt tatsächlich Wettkampf passiert. Die Wege waren zwar immer sehr lang zum auflaufen, ich schaffte das nach den VP aber immer. Ranlaufen, überholen, weglaufen. Das funktionierte. Selbst, als ich die Umschaltung von Glykogenspeicher auf Fettverbrennung im Körper merkte.
So hatte ich also in den EndzwanzigernBeginndreißiger meine Krise. Da muss man dann ganz schön arbeiten, um nicht zu resignieren. Positiv für mich - den Anderen gings nicht anders.
Am letzten VP, km 36, nahm ich dann Tee mit Cola. Habt ihr eine Ahnung, wie das zündet, wenn der Körper Energie braucht? Angelaufen lief es sofort wieder runder und das Spiel ging weiter. Bis ins Ziel, zwar ziemlich angeschlagen, konnte ich mir noch drei Läufer holen. Da hat der Unfug sowas, wie Spass gemacht. Mit dem Ziel in Sichtweite und dann im Ziel war aber auch genug.
Am Ende mit 3:39,45h der langsamste Wettkampfmarathon in meinem Läuferleben.
Platzierung gesamt 70/231
Platzierung AK 7
Alles in allem zufrieden. Wieder über 42km am Stück abgespult. Festgestellt, dass ich, trotz Krise, In der zweiten Hälfte dennoch arbeiten konnte und nicht nur dahintrotten. Festgestellt, woran es fehlt. Dafür war es heute gedacht.
Next Stop: 6hLauf Ottobrunn
- Ralf

